Lissabon - Die Geschichte der Stadt der Seefahrt

Lissabon – Die Geschichte der Stadt der Seefahrt

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Die portugiesische Hauptstadt am Atlantik liegt am Ufer des Fluss Tejo und beeindruckt mit wunderschönen alten Gebäuden, engen Gassen, viel Kultur und tollen Menschen. Doch nicht nur in der heutigen Zeit ist Lissabon für viele Menschen eine beliebte Stadt zum Reisen, auch damals im 16. Jahrhundert war Lissabon bereits eine wohlhabende Weltstadt der Handelsmacht Portugal. Als Hafenstadt spielt die Seefahrt natürlich eine entscheidende Rolle in der Stadthistorie der einst reichsten Stadt Europas. Selbst wer nicht besonders geschichtsinteressiert ist, wird der faszinierenden Geschichte Lissabons nicht weichen können. Die Stadt hat eine sehr abwechslungsreiche und vor allem spannende Geschichte zu erzählen und ist in der ganzen Stadt präsent.

Wusstet ihr, dass die Portugiesen Indien entdeckt, damit die “Gewürzroute” nach Europa schufen und es bis 1961 in Indien eine portugiesische Kolonie gab?

Darüber hinaus haben es auch einige schwere Katastrophen in die Geschichtsbücher Lissabons geschafft.

Die geografische Lage von Lissabon

Lissabon ist nicht nur die Hauptstadt Portugals, sondern auch die Stadt der sieben Hügel. Sie liegt weit am Rande der Ausläufer der Estremadura-Hochebene, die im Norden von Lissabon liegt. Auf Portugal bezogen, liegt die Stadt im Südwesten des Landes und ist damit, nach Athen, die zweit südlichste Hauptstadt in ganz Europa. Schaut man sich die Welt- bzw. Europakarte an, fällt auf das Lissabon, auf der iberischen Halbinsel, im äußersten Südwesten von Europa angesiedelt ist. Außerdem liegt Lissabon direkt am Atlantik und an der Flussmündung des Tejo, der in Spanien entspringt, . Die höchste Erhebung der Stadt misst 113 Meter.

Die Geschichte vor dem „goldenen Zeitalter“

Das 15. Und 16. Jahrhundert gilt in Lissabon als „goldenes Zeitalter“. Denn in dieser Zeit blühte die portugiesische Seefahrt so richtig auf. Es gab große Beute und immer mehr Reichtum in Lissabon und ganz Portugal. Der Einfluss und die Macht stiegen immer weiter an. 

Die Phönizier, die ca. 1.200 vor Christus in der geschützten Bucht, an der Mündung des Tejo, angesiedelt hatten, legten den Grundstein für diesen wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg. Kurz vor der Geburt Christi, herrschten die Römer unter Gaius Julius Caesar in Lissabon; damals unter dem Stadtnamen “Felicitas Julia”. Es folgte die Herrschaftszeit der Germanen und im Laufe der Jahre siedelten immer mehr Mauren und Araber in Lissabon an. Zu dieser Zeit trug die Stadt den Namen “Al-Aschbouna” und wechselte regelmäßig die Herrscher. Der erste König Portugals, Dom Afonso Henriques, schlug im 12. Jahrhundert die Mauren in die Flucht und herrschte von dort an auch über Lissabon.

Die Seefahrt in Lissabon

Es begann das „goldene Zeitalter“ in Lissabon, nachdem der erste König des Landes seinen Königshof nach Lissabon verlegt hatte und die Stadtbevölkerung weiterwuchs. Die Herrscher wechselten weiter und so kam es schließlich im 15. Jahrhundert unter König João I. zur ersten Eroberungsfahrt. Diese war der Startschuss für die Entwicklung zu einer der bedeutendsten See- und Kolonialmächte auf dem Erdball. Das Ganze ging so weit, dass das kleine Portugal an der Atlantikküste sehr schnell mehr als die halbe Welt besegeln und erobern konnte. Außerdem verbreiteten sie den Katholizismus bei den Erkundungen und Kolonialisierungen in der ganzen Welt.

In diesen Jahren brachte Portugal einige berühmte Seefahrer und Entdecker hervor. Zu diesen gehörten natürlich auch Bartholomeu Dias. Dieser umsegelte im Jahr 1487 als erster Europäer das Kap der guten Hoffnung. Auch Pedro Alvares Cabral, welcher im Jahre 1500 als erster Europäer nach Brasilen kam sowie Ferdinand Magellan, welcher der aller erste Mensch auf der Welt war, der die der die Meridiane unseres Erdballs überquerte. Sehr bedeutend, vor allem für den wirtschaftlichen Erfolg und den Einfluss Lissabons und Portugals war aber Vasco da Gama, über den gleich noch einige Informationen folgen.

Die Bedeutung des Vasco da Gama

Dom Vasco da Gama war zu seiner Zeit Graf von Vidigueira und ging in die Geschichtsbücher als Seefahrer und Entdecker ein. Denn im Jahr 1497 bestieg er sein Schiff in Lissabon und brauch zu einer alles verändernde Reiser auf. Er umsegelte das Kap der guten Hoffnung und kam nach Indien. Damit war er der erste Europäer, der nach Indien über den Seeweg kam. Dort wurde er der zweite Vizekönig der Kolonie Portugiesisch-Indiens. Doch vielbedeutender war diese Reise und seine Fahrt nach Indien für Portugal und Lissabon. Denn dies war der eigentliche Beginn des „goldenen Zeitalters“, bei dem Lissabon, am Tejo und Atlantik, zur bedeutendsten Handelsmetropole der Welt aufstieg. Beim Handel mit Gewürzen und anderen Stoffen aus weiter Entfernung, die die Portugiesen über den Seeweg nach Europa bringen konnte, wurden viele Reichtümer und noch viel mehr Macht geschaffen. 

Die Katastrophen in Lissabon

Auf das „goldene Zeitalter“ folgten in den Geschichtsbüchern die Herrschaft der Spanier über Portugal und zwei großen Katastrophen in Lissabon. Diese drei Faktoren ließen den Einfluss und die Macht sowie den Reichtum der Portugiesen schnell schwinden. Denn im Jahre 1560 begann die Herrschaft der Spanier für sechzig Jahre, welche dem einst so blühenden Portugal und Lissabon als Kolonial- und Handelsmacht nahezu alle Bedeutung raubte. Auf diese Herrschaft folgten dann die beiden angesprochenen Katastrophen; das Erdbeben und der Brand in Lissabon. 

Das schwere Erbeben von 1755

Am 01.11.1755 kam es am Vormittag zu einem der schlimmsten und stärksten Erdbeben in der Menschheitsgeschichte. Das Erdbeben der Richterskala Neun legt die ganze Stadt und Schutt und Asche und vernichtete viele Gebäude und Stadtteile. Dabei starb Schätzungen zufolge knapp ein Viertel der Bevölkerung in Lissabon. Die Zahl der Toten wird in etwa zwischen 30.000 und 200.000 Menschen gelegen haben. Auf das schreckliche Erdbeben folgte noch eine riesige Flutwelle von 15 Metern Höhe sowie ein Feuersturm, welche beide die Stadt nahezu komplett vernichteten. 

Allerdings bauten die Überlebenden die Stadt wieder auf. Dabei planten sie viele Stadtteile neu und legten die Unterstadt planmäßig neu an. Außerdem bauten sie erdbebensichere Häuser und Brandmauern, um sich vor weiteren Katastrophen zu schützen. Einige Teile der Stadt blieben jedoch zerstört und viele Gebäude wurden nicht oder nur teilweise wiederaufgebaut.

Der große Brand von 1988

Die nächste Katastrophe lies nicht allzu lange auf sich warten, denn im Jahr 1988 brannte die Altstadt von Lissabon. Dabei kam es zur Zerstörung von anderthalb Dutzend Häusern und Geschäften. Bis heute ist nicht geklärt, ob der Brand mutwillig ausgelöst wurde oder ein Unfall war. Auch nach dieser Katastrophe packten die Bewohner der portugiesischen Hauptstadt wieder an und bauten die Stadt in einem langen Prozess von zehn Jahren wieder auf.

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